Altes Gut "Zur Mühlen"

Siehe auch histor. Lehrpfad (42)   (42A)   (43)

Der bedeutendste Hof in Obgruiten ist zur Mühlen gewesen. In dem älteren Corveyer Zinsverzeichnis vom Ende des 14. Jahrhunderts wird Gerhard zur Mühlen genannt, und in dem späteren Verzeichnis aus der Zeit um 1430 wird zur Mühlen als Veltmanns Gut bezeichnet und auch in späteren Verzeichnissen ebenso. 1568 waren Peter zur Mühlen und 1585 Adolf zur Mühlen Hofmänner des Veltmanns Gut beim Hofgericht in Schöller.

Zur Mühlen, an der Südwestecke der mächtige Steingaden mit zwei Schießscharten

Das alte Haus unten am Mühlenteich wurde 1603 von Adolf Forsthoff erbaut, wie es die eisernen Zeichen AFxA 1603 an seiner Südseite andeuten. Der schöne Fachwerkbau an der entgegengesetzten Teichseite wurde wahrscheinlich später angebaut.

Foto (c) Kreisarchiv Mettmann/Sepp Unger

um 1930

Das Haus umschließt an seiner Südwestecke einen außerordentlich stark hergestellten auf einem mächtigen Kellergewölbe errichteten mit Schießscharten versehenen Steingaden oder Fluchtturm, wie er auch am Quall vorhanden ist und wie solche sehr wahrscheinlich auch auf weiteren Höfen in Gruiten und Obgruiten einmal vorhanden waren, der nach Ansicht von Fachleuten viel älter als das eigentliche Wohnhaus sein muß.

Foto (c) Kreisarchiv Mettmann/Sepp Unger

Zur Mühlen mit der Mühle 1924

Im Obergeschoß enthielt er ein Verließ, ohne Tür und Fenster, welches nur durch eine verborgene Öffnung in der Decke von oben zu erreichen war. Bei einem späteren Umbau ist es mit in den Wohnraum des Hauses einbezogen worden.

Wie sich überliefert hat, war das Haus ursprünglich rings vom Wasser umgeben und nur über eine Falltorbrücke zu erreichen.

Foto (c) Kreisarchiv Mettmann/Sepp Unger

Die Mühle ist nicht immer mit dem Hof verbunden gewesen. In der Mitte des 17. Jahrhunderts war zur Mühlen mit der Mühle in andere Hände gekommen. 1699 kaufte Gördt Forsthoff zur Mühlen ohne die Mühle und ohne das Gütchen am Schafstall, welches zu ihr gehörte, zurück. Als die Mühle im Jahre 1738 erneuert wurde, wie es auf dem Balken über ihrer Tür steht, waren die Gebäude des Gütchens am Schafstall wahrscheinlich verfallen, seine Ländereien aber waren der Mühle zugeschlagen worden, wie aus alten Verträgen zu ersehen ist.

Foto (c) Kreisarchiv Mettmann/Sepp Unger

Harro Vollmar                                                                             Heidstraße 4     

Ehrenamtlicher Beauftragter für                                                 45657 Haan 1 (Kreis Mettmann)

Denkmalpflege für das Stadtgebiet Haan                                   Telefon 021 29/21 40
 

                                                                                       23. Sept. 1986

Herrn
Günter B o r g m a n n
Vohwinkeler Straße 41
5657 H a a n- Gruiten


Betr.: Ältester urkundlicher Nachweis über das "Gut zur Mühlen" in 5657 Haan - Gruiten


Sehr geehrter Herr B o r g m a n n

In einem Verzeichnis der kurmedepflichtigen (= erbschafts-steuerpflichtigen) Güter des Stiftes Gerresheim, geschrieben in der Zeit von 1218 bis 1231, mit Nachträgen bis um 1350, findet sich der folgende Satz:
"Item bona heydenrici de Molenhouen triginta denarios in festo urbani et tria sumbrina auene in festo natiuitatis". "bona heydenrici de Molenhouen" würde ich wie folgt übersetzen: "Das Gut Heydenreichs vom Mühlenhof". Aus der geographischen Aufzählungsreihenfolge (es folgen "braken", "Conradi in Gruten" und "Wippelrode") ergibt sich, daß damit nur das heutige "Gut zur Mühlen" gemeint sein dürfte.

Die genannte Urkunde wurde veröffentlicht in:
Dr. Theod. Jos. Lacomblet's Archiv für die Geschichte des Niederrheins, fortgesetzt von Dr. Woldemar Harleß,
1. Bd. neue Folge (6. Bd. der Reihe),
Cöln, 1868, Zitat auf Seite 136.


Mit freundlichen Grüßen
Harro Vollmar

 
 

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Daten und Ereignisse überwiegend entnommen aus folgenden Veröffentlichungen:

 

Fritz  Breidbach, Gruiten - Die Geschichte eines Dorfes an der Düssel, (Hrsg. Gemeinde Gruiten)

GRUITEN  Perle im Niederbergischen Land

Herausgeber:          Bürger- und Verkehrs-Verein Gruiten e. V.

Archiv Stadt Haan, Foto (c) Kreisarchiv Mettmann/Sepp Unger, Archiv Breidbach, Günter Borgmann